Ich habe nicht den Glauben der Gläubigen und auch nicht den der Nichtgläubigen – 21 Dez 11

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Ich treffe Menschen mit allen möglichen verschiedenen Denkweisen. Unter ihnen gibt es sehr religiöse Menschen, aber natürlich auch Atheisten und Nichtgläubige. Wenn man von der Mehrheit der Nichtgläubigen spricht und sie ganz grob mit der Gruppe der religiösen oder spirituellen Menschen vergleicht, muss ich sagen, dass die Nichtgläubigen realistischer und bodenständiger sind. Doch wenn du mich fragst, ob ich mich eher zu den Gläubigen oder den Nichtgläubigen zähle, würde ich sagen, dass ich denke, ich gehöre zu keiner der beiden Gruppen.

Wenn du normalerweise mein Tagebuch liest, hast du vielleicht gedacht, ich würde mich bei den Nichtgläubigen einordnen. Ich sage immer, dass ich an keine Religion glaube und ich schreibe viel über unterschiedliche Formen von Aberglauben. Jemand, der sich selbst als Nichtgläubiger sieht, sagte vor Kurzem: ‚Es ist gut, dass du gegen Aberglauben schreibst, aber du verbreitest ihn doch selbst! Du selbst sagst anderen, dass du an Mantras glaubst!‘ Ein anderes Mal habe ich eine Person getroffen, die mich kritisierte ‚Du glaubst nicht an Religion, aber du glaubst an Gott! Ein wahrer Atheist hat keine Religion und glaubt auch nicht an Gott!‘

Ich hatte dazu ein paar verschiedene Gedanken. Gläubige sagen Gott existiert, Nichtgläubige sagen, Gott existiert nicht. Ich sage, das liegt an dir und hängt davon ab, ob du Gott brauchst oder nicht. Wenn du Gott brauchst, existiert er für dich.

Ich habe darauf weiter über die Frage nachgedacht, was Gott eigentlich ist. Er ist deine Wünsche. Wenn du den Wunsch hast, dass er existiert, ist er da. Unsere Wünsche schaffen Gott. Ich sage nicht, dass Gott eine bestimmte Form, Farbe oder einen bestimmten Namen hat. Er existiert nicht an einem bestimmten Ort oder in einer bestimmten Zeit. Es ist eine Schöpfung der menschlichen Vorstellung, dass er auf eine bestimmte Weise gekleidet ist oder Namen wie Krishna oder Allah hat. Gott ist eine Schöpfung unserer Wünsche. Gläubige sagen, dass Gott die Welt geschaffen hat. Aber ich glaube, dass der Mensch Gott geschaffen hat und den Wunsch hatte, dass er der Schöpfer dieser Welt ist. Für den Gläubigen ist das Realität.

Für mich ist ein Mantra ein Gebet und ein Gebet ist ein Wunsch. Wenn ich ein Mantra sage und für jemanden oder mich selbst bete, sind sie Worte, die ich spreche meine Wünsche. Und ich sage, dass Gott auch Wünsche ist.

Vielleicht würde ein Nichtgläubiger nie sagen ‚Gott behüte dich‘ oder jemanden mit ‚Grüß Gott‘ grüßen, weil sie sagen, dass sie nicht an Gott glauben. Aber sagen sie nicht ‚Guten Morgen‘ und ‚Gute Nacht‘? Wünschen sie nicht anderen alles Gute oder schicken Glückwünsche zum Geburtstag? Schicken sie einander nicht die besten Wünsche und Grüße?

Wenn doch, möchte ich ihnen gerne sagen, dass im Wunsch ‚Guten Morgen‘ der Wunsch, dass der Morgen gut sein wird, Gott ist. Wenn du jemandem alles Gute zum Geburtstag wünscht, weiß der andere schon, dass es sein Geburtstag ist, aber du machst den Wunsch für alles Gute für ihn. Dieser Wunsch ist in der Tat auch Gott!

Ich hatte einmal ein Gespräch mit einem Nichtgläubigen, der sagte ‚Ich bin Atheist, ich glaube an gar nichts!‘ Ich kann dieser Aussage überhaupt nicht zustimmen. Was meinst du damit, du glaubst an nichts? Glaubst du nicht an dich selbst? Glaubst du nicht an die Kraft deines Geistes und deiner Wünsche?

Selbst der Titel ‚Nichtgläubiger‘ ist für mich sehr seltsam. Man kann nicht an gar nichts glauben. Man hat auf jeden Fall in etwas oder jemanden Vertrauen und Glauben, sei das nun du selbst, dein Vater, dein Partner oder deine Kinder! Es gibt irgendetwas, an das du glaubst! Wie kannst du dann sagen, dass du an nichts glaubst?

Wenn du dich selbst einen Nichtgläubigen nennst, beweist du bereits, dass Glaube Gott ist. Du glaubst nicht an Gott, aber durch diese Aussage beweist du, dass er in einer Weise existiert, an die du entweder glauben kannst oder nicht. Ich sage immer, dass Liebe, Seele und Gott für mich eins ist. Wir können Wünsche, Glaube und Vertrauen da hinzufügen, diese Worte sind auch einfach nur Gott. Deine Wünsche schaffen Gott.

Du siehst also, ich gehöre zu keiner der beiden Gruppen, den Gläubigen und den Nichtgläubigen. Für die Gläubigen habe ich nicht genug Glauben, glaube ich nicht an ihre Schriften oder ihre religiösen Regeln. Für Nichtgläubige bin ich zu sehr ein Gläubiger, weil ich an Mantras, Gebete und Wünsche glaube. Ich will kein Gläubiger sein, weil ich nicht blind an irgendeine Schrift glauben kann. Ich will kein Nichtgläubiger sein, weil ich nicht die Freiheit verlieren will, meine besten Wünsche zu schicken. Ich ziehe es also vor, mich selbst in keine der beiden Kategorien der Gläubigen und Nichtgläubigen einzusortieren.

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