Letzte Woche habe ich euch erzählt, dass wir viele Leute im Ashram haben. Alle Zimmer waren voll und natürlich hatten wir alle eine tolle Zeit, besonders während der Holi-Feierlichkeiten – je mehr Leute, desto lustiger! Gleichzeitig jedoch war es natürlich auch jede Menge Arbeit. Mehr Leute brauchen Essen, Wasser, Informationen zu den Plänen oder dem Fest selbst. Unser Ashram hat natürlich schon recht gut Übung darin, sich um so viele Leute zu kümmern und so waren wir davon überzeugt, dass alle ihre Zeit hier genießen würden – doch hätten wir das vorher garantieren können? Hätten wir die Verantwortung dafür übernehmen können, dass es wirklich jedem gefällt? Nein, sicher nicht! Das gilt nicht nur für uns, sondern für jede einzelne Person auf dieser Welt. Du kannst nicht für das Glück aller anderen verantwortlich sein. Lasst mich euch erklären warum.
Wenn wir bei dem Beispiel unseres Ashrams bleiben, so ist es natürlich unser Wunsch, dass jeder glücklich ist, der hier zu uns kommt. Wir freuen uns, wenn die Leute ihre Zeit im Ashram genießen und wir haben auch Freude daran, Feiern und Veranstaltungen vorzubereiten, was den Leuten dann noch mehr Spaß bringt und ihnen dazu noch einen authentischen Teil der indischen Kultur zeigt.
So haben wir zum Beispiel auch unsere große Holi-Feier weit im Voraus geplant und uns vorgestellt, wie wir mit neuen und alten Freunden jede Menge Spaß haben können. Wenn wir Gäste haben, die wir nicht kennen, können wir nicht vorhersagen, ob sie sich im Zentrum aller Farben wohl fühlen würden – es ist einfach unmöglich, das vorher zu wissen! Wenn sie den Spaß voll auskosten wollen, feiern wollen und wirklich kein bisschen der indischen Freude auslassen wollen, kommen sie raus und werden mit uns zusammen wild und werfen mit allen andere Farben, Pulver, Wasser und Blumen.
Wenn sie an dem Wahnsinn nicht ganz so viel Spaß haben, so ist das auch völlig in Ordnung! Sie können sich etwas an die Seite stellen und sich etwas von der Mitte des Spiels fernhalten, so dass sie nicht ganz so viel Farben abbekommen. Wenn sie wollen, können sie sogar in die ‚farbenfreie Zone‘ im Ashram-Gebäude gehen und einfach Freude darna haben, anderen zuzusehen, wie sie immer farbiger werden.
Der Hauptpunkt ist, dass wir nur bis zu einem bestimmten Grad Verantwortung übernehmen können. Wir können Farben, Wasser und den Ort zum Spielen organisieren. Wir können Musik anmachen und und selbst lachen, tanzen und Spaß haben – was wir ja sowieso machen würden. Wir haben den blonden Damen dieses Jahr ja sogar versprochen, dass ihr Haar den Ashram in Originalfarbe verlassen würde und wir haben uns erfolgreich an dieses Versprechen halten können! Sie haben alle vorher Öl und Lehm in die Haare bekommen, obendrauf die Duschhaube aufgesetzt und ein Tuch herumgewickelt, was alles zusammen die Farbe von ihrem Haar weghielt.
Da ist jedoch ein Punkt, an dem jeder Teilnehmende seine Verantwortung selbst übernehmen muss und danach handeln muss, was ihn glücklich macht, da das ja auch niemand anderes wirklich wissen kann. Wenn du versuchen würdest, alle um dich herum glücklich zu machen, hättest du nie Chancen auf Erfolg. Du würdest dein Bestes geben, aber irgendjemand wäre auch dann noch unglücklich. Dabei würdest du deine eigene Freude vergessen!
Natürlich willst du jeden glücklich machen. Du solltest jedoch nicht das Glück anderer wichtiger machen als dein eigenes Glück, sonst machst du dich selbst unglücklich – und kannst auch anderen nicht helfen!
Wir freuen uns also, dass wir alle Holi genießen konnten und dass wirklich jeder Einzelne unserer Gäste und Freunde so viel Spaß hatten! Alle wussten, dass ihr Glück ihre eigene Verantwortung ist und gingen nur so weit, dass sie selbst noch Freude hatten. Und so können wir nun sagen, dass wir alle eine tolle Zeit miteinander verbracht haben!
Sieh Bilder unserer farbenfrohen Holi-Feier
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