Wenn das indische Gesundheitssystem eine schnellere Lösung mit weniger Skrupel findet – 28 Aug 16

Gesundheit

Vor ein paar Tagen bat Ramona mich, einen Blick auf ihren Rücken zu werfen, wo es sie juckte. Ich sah es mir an und da war eine runde gerötete Fläche mit Ausschlag. Was darauf folgte, mit allen kulturellen Aspekten, ist, worüber ich heute schreiben möchte.

Natürlich gingen wir nicht gleich wegen einem Ausschlag zum Arzt. Wir wissen, dass der Körper auf diese Art und Weise auf etwas reagiert – etwas von innen oder außen. Wir trugen etwas Ayurvedische Salbe auf und Ramona versuchte, nicht zu kratzen, als es juckte.

Als es jedoch nach drei Tagen noch nicht besser war, beschloss sie, dafür zum Hautarzt zu gehen. Das ist das Schöne im Vergleich zu den Ärzten, die ich in Europa gesehen habe: man bekommt ganz leicht einen Termin am gleichen Tag. In der Tat braucht man gar keinen Termin – man kann einfach hingehen und den Arzt konsultieren! Das ist genau das, was Ramona machte.

Es war ein sehr kurzer Besuch: der Arzt sah sich den Fleck auf ihrem Rücken an, stellte ein paar Fragen und begann die Medikamente aufzuschreiben, die sie nehmen sollte, wobei er gleichzeitig erklärte ‚Diese Tablette sieben Tage lang nach dem Frühstück, diese fünf Tage lang morgens und abends und diese Salbe zweimal am Tag.‘ Ramona fragte, was genau er denn meinte, dass es sei und er antwortete ‚Eine allergische Reaktion‘. Okay, antwortete Ramona – aber auf was denn? Die Antwort des Arztes war, das es vieles sein könnte und insbesondere in diesem schwülen Wetter könnte es ganz leicht mal passieren.

Das ist also der Punkt, an dem wir wieder einmal so deutlich den Unterschied zwischen Indien und dem Westen sehen: in Deutschland wäre der nächste Schritt wahrscheinlich ein Allergietest gewesen, um zu sehen, auf was sie da reagiert hatte. Dieser wäre ins Labor gegangen oder es hätte einiges mehr an Zeit in Anspruch genommen. Man müsste warten, vielleicht in der Zwischenzeit auch Medikamente nehmen und schließlich herausfinden, dass man auf ein bestimmtes Material oder eine gewisse Zutat allergisch ist.

Am Ende wäre die ganze Sache so groß, dass man dieses Material oder diese Zutat nie wieder anfasst, weil es eben so ein riesiges Thema ist – man ist darauf allergisch!

So wie es jetzt ist, ist Ramona immer noch auf irgendetwas allergisch. Doch das ist in ihrem Kopf keine so eine riesige Sache. Es dauert zwei oder drei Tage, dann hört es auf zu jucken und ist dann vorbei. Ich weiß und stimme zu, dass Allopathie allgemein nicht sanft zum Körper ist und innerlich auch Schaden verursacht. Wir gehören definitiv nicht zu denen, die leicht Tabletten einschmeißen und sie dafür verwenden, alles in Ordnung zu bringen, wenn der Körper Erholung oder Aufmerksamkeit braucht. Doch bei diesem Thema habe ich auch das Gefühl, dass es unnötig ist, aus diesen Pickelchen nun ein riesiges Thema zu machen, wo es doch auch ganz leicht zu lösen ist.

Sollte das öfter vorkommen, werden wire s natürlich genauer untersuchen. Solange es das jedoch nicht tut, ist es in Ordnung, hin und wieder auch einfach zur Allopathie zu greifen!

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