Wir haben im Ashram gerade drei sehr nette Frauen aus Österreich zu Gast, die mich letztes Jahr kennen gelernt haben, als ich in Salzburg war. Sie sind heute zum Basar gegangen, um Kleidung und ein paar schöne Sachen zu kaufen und als sie zurückkamen, erzählten sie, dass ein Affe die Brille von einer von ihnen geklaut hatte. Eigentlich passiert das hier recht häufig und wir warnen auch jeden, aber wenn man eine Brille braucht, um etwas zu sehen, muss man sie wohl tragen. Doch die Menschen hier sind normalerweise sehr hilfsbereit und wissen auch, was zu tun ist: Sie haben einige Kekse gebracht und sie dem Affen zugeworfen, der, weil er wusste, dass das besser schmecken würde als die Brille, diese fallen ließ und die Kekse auffing. Es ist ein Trick, der beide glücklich macht, den Affen und denjenigen, der seine Brille braucht! Sie hat ihre Brille also wieder und sagt, dass das auch eine besondere Erfahrung war.
Ein Thema geht mir auch noch im Kopf um, zu dem ich gerne meine Gefühle mitteilen möchte. Ich will meine Freundschaft mit Govind noch einmal als Beispiel für eine perfekte Beziehung nennen, wenn es denn so etwas gibt. Seit er Vrindavan am 24. Februar wieder verlassen hat, hatten wir gar keinen Kontakt. Ich erwarte nicht, dass er mich anruft und er erwartet nicht, dass ich anrufe. Ich möchte nicht, dass irgend jemand an mich Erwartungen stellt. Das würde mir einen Druck geben, den ich nicht haben möchte und den ich nicht aushalte. Ich will niemandem Druck geben und von niemandem Druck bekommen. Und Erwartungen dazu, wie oft ich anrufen muss oder dass ich eine bestimmte Zeit mit jemandem verbringen muss, schaffen eben diesen Druck. Wenn ich das nicht mache, was wird passieren? Werde ich einen Freund verlieren? Nein, ich möchte nicht mit dieser Angst leben! Ich trage so viel Liebe in meinem Herzen, für jeden und natürlich besonders für meine Familie und Freunde. Sie haben einen Platz in meinem Herzen und ich denke immer mit all meiner Liebe an sie.
Ich glaube im Westen haben Freundschaften nicht dieses Vertrauen als Grundlage. Ich vertraue darauf, dass mein Freund mein Freund bleibt, auch wenn ich ihn nicht anrufe, denn ich vertraue auf seine Liebe und ich vertraue darauf, dass mein Freund weiß, dass ich ihn liebe. Sogar in Familien ist es in den Ländern, in denen ich arbeite, sehr anders. Menschen erzählen mir von Streit mit Familienmitgliedern, Zeiten, in denen Geschwister nicht miteinander reden, und dass sie sogar ihre Blutsverwandten nicht richtig kennen. Das könnte in meiner Familie einfach nicht passieren und da sehe ich, dass das Vertrauen schon in der Familie fehlt. Die Liebe fehlt. Ich möchte das zurückbringen und mit meinen Freundschaften auf der ganzen Welt will ich ein Beispiel der Liebe geben, die zwischen zwei Wesen sein kann, ohne Erwartungen, ohne Bedingungen. Nur Liebe.
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This digital spirituality sounds funny. You can see as well advantages as disadvantages in this. While people in earlier times had to travel for a very long time to see their guru / healer (whatever..), they can nowadays stay in touch with their spiritual leader without reference to their place of living. On the other hand I’m not sure if you can feel the same energy when using a webcam 😉