Es hilft anderen nicht, wenn du dich für sie schuldig fühlst! - 24 Oct 12
Stadt:
Vrindavan
Land:
Indien

Vor Kurzem hat mir eine Frau in einer Beratungssitzung sehr emotional erzählt, dass sie gerade herausgefunden hatte, dass ihr Vater eine Affäre hatte und ihre Mutter betrog. Seit sie das herausgefunden hatte, war sie sie in einem sehr aufgewühlten Zustand. Einerseits ärgerte sie sich sehr über ihren Vater und andererseits tat ihr ihre Mutter leid. Und dann war da noch ein seltsames Gefühl der Schuld. Heute würde ich gerne ein bisschen über solche Situationen schreiben und insbesondere über die Gefühle, die damit zusammenhängen.

Selbst wenn man sich selbst nie in der genau gleichen Situation befunden hat, kann man sich wahrscheinlich in diese Frau hineinfühlen. Man fühlt sich jemandem nahe und derjenige macht einen Fehler. Man fühlt sich schecht, obwohl man selbst doch gar nichts flasch gemacht hat! Man fühlt sich, als wäre man selbst der Schuldige, so tief fühlt man sich wütend, beschämt und schuldig. Man will seinem Verwandten oder Freund aus diesem Schlamassel helfen, aber irgendwo, ganz hinten im Kopf sagt eine kleine Stimme „Aber ich habe doch gar nichts getan!“

Es ist wahr, höre dieser kleinen Stimme mal zu! In Wahrheit hast du wirklich nichts getan, aber du fühlst dich schrecklich! Warum geschieht das? Weil du zu viel Verantwortung für einen anderen Menschen übernimmst! Es ist die Handlung einer anderen Person, betrifft dich eigentlich nicht direkt, aber du verbringst Zeit darauf, das Problem lösen zu wollen und, noch schlimmer, fühlst dich deswegen schlecht.

Der andere hat einen Fehler gemacht und es hilft dir wirklich nicht, wenn du cih deswegen schlecht fühlst. Im Gegenteil, dadurch geht dir die Möglichkeit verloren, objektiv zu helfen. Vielleicht jedoch wäre es am Besten, dich etwas herauszunehmen und darauf zu warten, dass der andere sich selbst hilft. Stelle klar, was dich an der letzten Handlung so gestört hat, zeige deine Reaktion und schaffe dann etwas Abstand.

Hört sich das grausam an? Egoistisch Vielleicht hört sich das für dich so an, aber in Wirklichkeit ist es das nicht! Wenn du für jemand anderen die Verantwortung übernimmt, verlässt er sich oft einfach nur auf dich und wartet darauf, dass du etwas tust, anstatt dass er selbst handelt. Er verlässt sich darauf, dass du die Verantwortung übernimmst und trägt sie deshalb nicht selbst. Das hilft weder dir noch ihm!

Du verdirbst dir deine eigene Zeit und hast keine Zeit mehr für dein eigenes Leben! Es frustriert dich dann immer mehr, dass du mehr Zeit auf das Leben eines anderen verwendest, als schöne Momente im eigenen Leben zu schaffen. Am Ende kann sich das sogar schlecht auf deine Beziehung zu dem anderen auswirken.

Nimm nicht die Verantwortung für jeden anderen auf deine Schultern! Das kannst du nicht lange tun, dafür sind deine Schultern nicht gemacht! Lebe dein eigenes Leben, unterstütze andere wo auch immer möglich, aber mach dich deswegen nicht unflücklich. Sei glücklich, das wird anderen und dir helfen!

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