Ich habe Michael davon erzählt, was ich gestern im Tagebuch geschrieben habe und ich sagte, wie toll es ist, einen stabilen Bewusstseinsstand zu halten, in dem man alles geniesst und feiert. In disem Zustand eines freudigen Bewusstseins gibt es kein Schwanken, kein Auf und Ab. Unabhängig davon, was du tust, du geniesst es. Dein materieller Status spielt da keine Rolle. Ob du Geld hast oder nicht, das ändert an der Freude nichts. Es gibt viele Menschen, die Unmengen von Geld haben und trotzdem nicht glücklich sind. Das Glück hängt nicht vom Materiellen ab.
Lasst mich das noch deutlicher ausdrücken. Es gibt so viele schlimme Situationen des Verlusts, des Schmerzes und der Trauer. Ich sage, dass man die Traurigkeit akzeptieren muss. Du musst sie akzeptieren, sie leben. Ich weiß, wie extrem traurig jemand sein kann. Aber man muss wieder herauskommen. Lebe es aus, aber sterbe nicht daran. Lebe kein totes Leben. Man muss zum Beobachter, zum Zuschauer werden, so dass man erkennen kann, dass man einerseits Schmerzen hat und traurig ist, aber dass man andererseits nicht der Körper ist. Der Körper hat Schmerzen, nicht du. Man muss das Ego aufgeben, der Körper zu sein. Wenn man zum Beobachter wird, ist man nicht mehr im Geschehen, nicht mehr beteiligt. Man kann von seinem materiellen Zustand unberührt in diesem Bewusstsein leben, ob man Schmerzen hat oder nicht, ob man Geld hat oder nicht. Wenn man die Wahrheit erkennt, dass man nicht der Körper ist, wenn man sich nicht mehr über den Körper identifiziert, ist es leichter zu akzeptieren und loszulassen. Natürlich ist es wichtig, sensibel zu sein, den Schmerz der anderen zu sehen und zu spüren und alles mögliche zu tun, um zu helfen.
Das ist es, was ich mit meiner Arbeit in Indien mache. Ich spüre den Schmerz der Familien, wenn die Eltern den ganzen Tag lang körperlich hart arbeiten, wenn die Mutter nicht weiβ, ob sie ihren Kindern zu essen geben kann. Und wir geben ihnen Essen und tun, was wir können, um zu helfen. Aber es ist leichter, diese Arbeit in dem Bewusstseinsstand zu tun, in dem du mit Freude helfen kannst, ihnen Freude und Liebe schenken kannst! Es ist notwendig, das zu haben, sonst leidest du, während du hilfst und kannst es nicht lange machen.
Heute hat meine liebe Freundin Iris das Essen für die Kinder gespendet, weil es ihr Geburtstag ist. Es ist Holi und eigentlich haben die Kinder Ferien, doch für viele ist es die einzige Mahlzeit, die sie am Tag bekommen, also kommen sie zum Essen. Und in diesem Wissen ist es wunderschön, ihnen zu essen zu geben und zu sehen, wie sie es geniessen!
Diese Festzeit ist sowieso herrlich für Kinder. Den ganzen Tag über sind Hunderte von Menschen den Pilgerweg um die Stadt gegangen und haben dabei Farben aufeinander geworfen. Am Abend waren wir auch im Tempel, um am Farben-Wahnsinn teilzuhaben. Es ist wirklich ein verrücktes Fest, das besonders schön für Kinder ist. Und hier sieht man wieder, dass sogar die, die gar nichts haben, feiern und in dem Bewusstseinszustand und in festlicher Stimmung sind. Und die Energie in der ganzen Stadt hilft, auch in diese Stimmung zu kommen!
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