Nachdem ich euch gestern erklärt habe, dass man sein Kind über die Folgen auf sein Handeln informieren muss, möchte ich euch heute gerne sagen, was wichtig ist, nachdem man diese Folgen auch wirklich angebracht hat:
5. Bleibe bei deiner Entscheidung
Wenn du deinem Sohn gesagt hast, dass du ihm ein Spielzeugauto wegnehmen würdest, wenn er es durch das Zimmer schmeißt, tue das auch. Du hast ihm gesagt, er solle es nicht werfen, weil es kaputt gehen könnte. Du hast ihm noch einmal gesagt, dass du es sofort wegnehmen würdest, wenn er es noch einmal tun würde. Tue es. Er wiederholt die Handlung insbesondere deswegen, weil er sehen will, ob du das dann auch machst oder nicht. Da bist du dran zu zeigen, dass du es auch ernst meinst und es ist ein sehr wichtiger Schritt dafür, deine Kinder dazu zu bringen, das zu tun, was du ihnen sagst.
Es hört sich einfach an, wenn man es liest: nimm ihm einfach das Auto weg. In der Praxis – und das weiß ich aus eigener Erfahrung mit einem sehr sturen Kleinkind – kann sich das als viel schwieriger erweisen. Bereite dich auf Schreien und Weinen vor, eben auf einen ausgewachsenen Trotzanfall in der Öffentlichkeit. Ein Junge, der sich selbst auf den Boden wirft, vielleicht sogar versucht, dich zu kratzen und zu beißen, wenn du ihn hochnimmst und der aus vollem Halse schreit, wobei er die Aufmerksamkeit aller in einem Radius von fünf Kilometer auf die Tatsache lenkt, was für eine schlechte Mutter oder was für ein schlechter Vater du bist.
So fühlt es sich zumindest an. Aber das ist nicht wahr und das weiß jeder, der Kinder hat. Mach dir um die anderen keine Gedanken, sie werden das entweder eines Tages selbst erfahren oder sie können weiterhin schlecht über dich denken, während du das Richtige tust.
Das Richtige ist, stark zu bleiben, selbst wenn das geschieht, gleichzeitig jedoch nicht wütend oder gar aggressiv mit dem Kind zu sein. Bleibe ruhig und friedlich. Wenn du die Möglichkeit hast, dein Kind mit an einen Ort zu nehmen, wo nur ihr beide seid und wo ihr in Ruhe sprechen könnt, begib dich dorthin. Wenn du nicht ganz allein sein kannst, such nach einer ruhigen Ecke.
Dort kannst du dann deinen Sohn in die Arme nehmen – vorausgesetzt, dass du selbst ruhig bist – und ihn auf dem Schoß halten, während er seine Emotionen rauslässt. Sie müssen raus, das ist ganz natürlich. Halte ihn davon ab, sich selbst wehzutun und drehe ihn mit dem Rücken zu dir, wenn er versucht, dich zu verletzen. Du kannst ihm noch einmal ruhig sagen, dass du das Auto weggenommen hast, weil er es rumwarf und dass er es jetzt nicht wiederbekommt, während er schreit, sondern ein andermal, wenn er wieder ruhig ist.
Das wird er auch wieder, glaube mir. Und davon lernt er, dass du wirklich meinst, was du sagst und dass da kein Trotz und kein Weinen etwas ändert.
6. Beende es mit Liebe
Sobald dein Baby sich beruhigt hat – vielleicht mit etwas Hilfe von deiner Seite, dem Vorschlag, etwas anderes zu tun oder einer Ortsveränderung, stelle sicher, dass du diese Episode liebevoll beendest. Lass dein Kind spüren, dass du ihn immer noch liebst und für ihn da bist, egal, was er für ein Drama gemacht hat, wo ihr seid und wegen was.
Es ist nicht leicht, durch diese Trotzanfälle durchzukommen, aber dieser letzte Teil macht das alles wieder wett. Du hast nun erfolgreich eine Handlung der Kindererziehung mit Liebe vollendet und ihm durch diese Emotionen geholfen. Du warst für ihn da, der starke Arm, der die Grenzen aufzeigt, aber da ist, um ihn mit Liebe zu halten um ihm auf dem richtigen Weg zu helfen.
So, und nun gehe ich und küsse meine Tochter…
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