Während wir die letzten Tage in Gurgaon verbracht haben, fand eine Veranstaltung statt, zu der Ramona gegangen wäre, wäre sie in Vrindavan gewesen: ein Mädchen, das an unserer Schule gelernt hatte, heiratete. Warum ich jedoch nun hierüber schreibe, ist nicht diese Tatsache, sondern vielmehr Apras Reaktion darauf, als wir diese junge Frau gestern trafen!
Das Mädchen, von dem ich schreibe, hat später mit der Schule begonnen als Kinder es gewöhnlich tun – und so haben ihre Eltern beschlossen, sie nun zu verheiraten. Nach ihrer Hochzeit war sie einige Tage zu ihrem Ehemann nach Hause gegangen. Gestern kam sie wieder zurück und da sie in der Nähe wohnt, machte sie auf dem Weg einen kleinen Zwischenstopp in unserem Restaurant. Sie war in Begleitung ihrer Schwester und beide unterhielten sich eine Weile lang mit Ramona. Natürlich stand Apra da neben ihnen, sah und hörte zu.
Nachdem sie gegangen waren, fragte Apra Ramona: ‘Ma, hat sie eine Frau oder einen Mann geheiratet?‘
Für uns war das eine Frage, die uns glücklich und irgendwie zufrieden machte: unsere Definition der Ehe, von der wir natürlich auch Apra erzählt haben, ist, dass zwei Menschen einander so sehr lieben, dass sie beschließen, auf immer zusammen zu leben. Bitte anmerken: zwei Menschen, nicht ein Mann und eine Frau.
Da die Mehrheit der Ehen in unserem Umfeld aus einem Mann und einer Frau bestehen, waren wir uns nicht komplett sicher, ob Apra sich dieser Einzelheit bewusst war oder nicht. Diese Frage jedoch bestätigte: für Apra ist es einfach natürlich, dass sich zwei Männer oder zwei Frauen genauso sehr lieben können, wie ihre Ma und ihr Pa es tun.
Es ist für sie ganz natürlich zu fühlen und zu glauben – und ich glaube, solange man Kindern nicht aktiv beibringt, anders zu denken, wachsen Mädchen und Jungs zu Erwachsenen heran, die Homosexualität als normal betrachten. Etwas, das mit den Gefühlen einer Person zu tun hat.
Als wir über diesen Vorfall sprachen, erzählte Ramona mir lachend von einer weiteren Unterhaltung, die sie mit unserer Tochter hatte: Apra und sie erfanden eine Geschichte über zwei Prinzessinnen. Sie waren Schwestern und Apra beschloss, dass sie auch heiraten würden, doch als Ramona einwarf, dass man seine Schwester nicht heiraten kann, antwortete Apra: ‚Okay, sie können einen Prinzen heiraten. Aber den müssen sie teilen!‘
Das, meine liebe Tochter, ist Promiskuität und ein Thema, über das wir ein anderes Mal sprechen werden! 🙂
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