Kritik und das Annehmen von Kritik mit und ohne Ego – 6 Dec 12

Ego

Gestern habe ich geschrieben, dass es nicht gut ist, ständig alles und jeden um dich herum zu kritisieren – damit machst du andere und dich selbst unglücklich. Da ist jedoch natürlich noch die Frage nach positiver und konstruktiver Kritik – wann ist es denn gut zu kritisieren oder kritisiert zu werden? Die Antwort scheint ganz einfach: immer, wenn deine Kritik hilft. Wirklich nur solche Kritik zu äußern, die auch hilft, ist jedoch viel schwieriger!

Der Hauptaspekt ist dabei deine Absicht, warum du überhaupt etwas gesagt hast. Wenn du den anderen nur kritisierst, weil du sowieso alles kritisierst, was du siehst, so wie ich gestern erklärte, kann deine Kritik gar nicht positiv aufgefasst werden. Du wolltest ja gar nicht helfen, du hast einfach nur nach einem Fehler gesucht.

Wenn dein Grund dafür, etwas zu Negatives über die Arbeit oder das Verhalten eines anderen zu sagen, wirklich nur der ist, dass du helfen willst, sieht das ganz anders auf. Du siehst, was der andere machst und hast den Wunsch, dass es wirklich toll und wunderbar ist. Du willst auch großzügig loben, aber da ist dieses kleine Etwas, das das Ganze stört. Du glaubst, es würde die Erfahrung anderer genauso störten und das ist der einzige Grund, warum du am Ende auch wirklich etwas sagst – so dass der andere in der Zukunft Lob, Anerkennung und Erfolg bekommt.

Das Ergebnis deiner Kritik sollte üblicherweise im Bezug zu deiner Absicht stehen – wenn du nur nörgeln willst, hört der andere nicht zu, kümmert sich nicht darum und ändert sich auch nicht. Wenn du ehrlich und höflich eine Veränderung vorschlägst, kann der andere auch wirklich in der Situation sein, den Vorschlag zu akzeptieren. Ich schreibe ganz bewusst ‚kann‘ – weil es für positive Kritik immer noch ein weiteres Hindernis gibt: das Ego der Person, die kritisiert wurde.

An diesem Punkt möchte ich jedermann dazu aufrufen, sein Ego beiseite zu legen, wenn sie hören, dass jemand ein Gutachten über ihre Arbeit ablegt. Hör der anderen Person zu und nimm dir Zeit, darüber nachzudenken, was derjenige sagt und was er mit seinen Worten erreichen wollte. Wollte er dir helfen? Dann danke ihm und überlege, ob du den Rat anwenden kannst. Wenn es hilft, ist es toll – aber wenn du meinst, dass es nicht helfen wird, musst du das ja auch nicht tun. Du solltest jedoch ihren Wunsch zu helfen respektieren und ihre Unterstützung spüren, anstatt wütend zu werden, dass sie die Nerven haben, ein Stück deiner Arbeit zu kritisieren! Sie wollten helfen, du bist anderer Meinung und das ist auch in Ordnung. Aber vielleicht steckt da ja wirklich ein Funken Wahrheit in dem, was sie sagen und das nächste Mal könntest du es besser machen.

Was ist mit dem anderen Fall? Hat der andere einfach nur das Negative aufgezeigt, ohne wirklich helfen zu wollen? Naja, selbst dann würde ich sagen solltest du dem anderen danken, denn wenn du dich ärgerst oder wütend wirst, hilft es auch keinem von euch beiden. Wenn du eine positive Antwort gibst, reagiert der andere das nächste Mal vielleicht nicht ganz so negativ.

Es gibt eine richtige Art zu kritisieren und eine richtige Art mit Kritik umzugehen. Lerne beide, du brauchst sie regelmäßig!

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