Wie sich Ammajis Tod auf die Ashram-Familie auswirkt – 19 Dec 12

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Natürlich hat das plötzliche Ableben von Ammaji große Folgen für uns, die nächsten Familienmitglieder, doch da hört es bei Weitem nicht auf. Die ganze Ashram-Familie und das ganze Ashram-Leben ist davon beeinflusst und wir spüren immer noch die Auswirkungen dieses Schocks für den Ashram.

Ammaji war nicht nur unsere Mutter, sondern eine Mutter für alle. Sie hat ihre mütterliche Liebe über Jahre hinweg auch den Jungs geschenkt, die aus Familien kommen, die es sich nicht leisten können, sie großzuziehen und die deshalb hier im Ashram leben. Ammaji war Mutter für viele solcher Jungen und auch im Augenblick leben sechs von ihnen hier und haben ihren Verlust mit uns betrauert. Sie hat Jaysingh und Pawan, die nun schon seit Jahren bei uns sind, praktisch aufgezogen.

Mehrere unserer Mitarbeiter kannten Ammaji auch schon seit Jahren. Da ist Mamta und ihre Familie, die vor acht oder neun Jahren zu uns gekommen waren. Da sind Gopal und Babu, die seit dreieinhalb Jahren im Ashram arbeiten. Da sind Rajaram, Rampal, Devaki, Rukmani und Varsha, die Ammaji auch schon seit Jahren kennen und dann gibt es noch so viele mehr, die erst seit Kurzem bei uns sind. Mehrere unserer Mitarbeiter leben im Ashram oder in der Nähe. Alle arbeiten sie hier, aber der Ashram ist mehr als nur ein Arbeitsplatz, es ist eine Familie. Sie haben sich täglich mit Ammaji unterhalten, sie nach ihren Aufgaben gefragt, sich ihre Anweisungen angehört und alles mit ihr zusammen gemacht, wobei sie natürlich auch über ihre Privatleben geredet haben. Alle waren sie schockiert und traurig und merkten, wie viel sich im Ashram wegen ihrem Ableben verändern musste.

Sie müssen alle ihre Aufgaben nun selbst erledigen, ohne Ammajis Hilfe und Rat. Sie war diejenige, die unser Küchenpersonal von Null auf gelehrt hat. Jetzt können sie sich nicht mehr fragen, ob es denn noch etwas mehr von diesem oder jenem Gewürz sein sollte oder ob das Gericht nun auf hoher oder niedriger Hitze köcheln sollte – jetzt müssen sie es selbst machen. Sie müssen daran denken, Joghurt und Ghee zu machen, weil Ammaji jetzt nicht mehr da ist, um sie daran zu erinnern. Sie müssen in der Speisekammer Ordnung halten und selbst Acht geben, was dort ist und was nicht, was gekauft werden muss und was noch eine Weile halten wird.

Ohne Ammaji ist alles anders, aber ich muss an diesem Punkt auch ein Lob an unsere Angestellten aussprechen. Ammaji hat sie gut gelehrt und sie tun ihr Bestes, damit sich das Leben so wenig wie möglich verändern muss. Sie bereiten nach ihrem Rezept Essen zu – wir hatten sogar Gajar ka Halwa – und es sind wirklich die gleichen Zutaten und die gleiche Zubereitungsart. Als sie Doodh Bhat machten, dachten sie sogar daran, für Ramona eine extra Schüssel ohne Kardamom zu machen, das sie diesen nicht mag. Natürlich vermisse ich den Geschmack, der nur durch ihre Hände kam, ihre Liebe im Essen. Ich denke nun, dass wir fünf oder sechs Köche haben könnten, aber unsere Mutter wäre nicht da, um uns zu Essen zu geben, also wäre es nicht das Gleiche. Trotzdem tun unsere Mitarbeiter ihr Bestes und das tun sie sehr gut und erinnern sich dabei an Ammaji.

Natürlich hat jeder noch ihren Namen auf der Zunge. Am zweiten Tag nach Ammajis Tod war Ramona in Ammajis Zimmer – das immer ‚Ammajis Zimmer‘ bleiben wird – und schickte Jaysingh, um mich auch zu holen. Er kam ins Büro und sagte wie üblich ‚Ammaji bola rahi hai‘, Ammaji ruft. Er war selbst überrascht, wie leicht ihm der Name über die Zunge gekommen war und korrigierte sich selbst sofort, aber er und wir waren bereits traurig geworden, dass sie uns nie wieder rufen würde.

Sie war also überall und ist in unseren Gedanken auch noch überall. Das heutige Tagebuch möchte ich mit den Worten einer unserer Gäste beenden, die hier war, als sie von uns ging:

Was für eine großartige Persönlichkeit diese Frau war, die ein so großes Loch hinterlässt. Und sie selbst sah sich immer als einfache Frau! Doch die Familie ist stark in ihrer Einheit und zusammen geht das Leben weiter, mit Ammaji als strahlendes Beispiel in den Herzen.

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