Wir hatten heute am späten Nachmittag eine wundervolle Zeremonie. Wir hatten Stellvertreter da für diejenigen, die uns gebeten haben, für ihre Verstorbenen eine Zeremonie durchzuführen. Es waren viele Menschen im Ashram, weil es ein besonderer Feiertag war. Die Kinder waren nicht in der Schule, weil überall auch daheim Feiern und Zeremonien stattfanden.
Am Abend hielt ich einen Vortrag, in dem ich die Yogaschüler offiziell willkommen hieß. Das Thema für meinen Vortrag am Abend war der Ashram, das Leben und das Konzept hier und natürlich auch die Schule und der Kindergarten. Hinter dem Konzept des Ashrams steckt eine sehr interessante Philosophy. Wenn du sie verstehen kannst, wirst du das Leben hier genießen und mögen. Wir alle leben wo. Wir haben ein Haus und leben dort. Vielleicht hast du schon an unterschiedlichen Orten gelebt, aber wo ist der Unterschied dazu, in einem Ashram zu leben? Ich habe versucht, es in kurz zu erklären, damit man sich ein Bild machen kann. Ein Ashram ist ein Ort, an dem du alles teilen kannst. Wo du offen bist, alles zu teilen. Wo du es liebst, alles zu teilen. Wenn man sich die westliche Welt ansieht, kann man sehen, dass das wirklich ein großes Problem darstellt, da die Menschen das Ego haben, etwas besitzen zu wollen. Das bin ich und das gehört mir, mein Haus, mein Zimmer, mein Bett, mein Platz, mein Auto. Menschen drücken Dingen gerne ihren Stempel auf, wie um zu sagen ‚Das ist meins!‘
Das Leben im Ashram ist offen für jeden. Glaubt aber nicht, dass das ein Hotel ist. Hotels sind auch für jeden offen, Menschen kommen, bleiben und zahlen. Jeder kann in den Ashram kommen, es ist keine Frage des Geldes. Niemand kann hier einen Raum mieten oder das Essen durch Zahlen bekommen. Niemand kann das Ego haben zu sagen, dass er oder sie einen Raum mietet. Was auch immer wir teilen können, teilen wir auch mit allen. Die Studenten und Arbeiter hier fühlen sich zu Hause und sprechen auch so, wenn sie draußen sind. Wenn sie über den Ashram reden, sagen sie ‚mein Ashram‘, genau was du zu deinem Haus sagen würdest. Der Ashram ist eine große Famlie.
Leider geht das Familienkonzept im Westen langsam verloren. Jeder geht einen anderen Weg, getrennt von allen, ob es nun Brüder, Schwestern oder Eltern sind. Die Kultur oder Tradition ist so, dass die Kinder mehr ab einem bestimmten Alter die Schule und auch das Haus verlassen und wenn sie es nicht tun, fangen sogar die Eltern an, sich Sorgen zu machen. Das Konzept hier ist sehr anders und ich bin so froh und gesegnet, meine Großmutter hier zu haben. Ich denke der Westen kann und muss da etwas von diesem Konzept lernen: das Teilen. Ich habe das gleiche Konzept für die Kinder im Kindergarten oder der Schule. Ich möchte mich und meinen Platz mit ihnen teilen, möchte das Essen teilen und auch das Geld. Das ist das Konzept des Ashram. Ich möchte jeden einladen, zum Ashram zu kommen und das zu spüren und mit uns zu teilen.
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