Während die Geschichten von Ashram-Gästen, die ich letzte Woche erzählt habe, lustige Erinnerungen waren, gab es auch einige Besucher, die uns in schwierige Situationen gebracht haben. Eine von ihnen war eine italienische Frau, eine Mutter, die mit ihrem zweijährigen Sohn hier war. Leider merkten wir bald, dass sie den Jungen jedes Mal schlug, wenn er etwas falsch machte.
In Indien ist es für Eltern ziemlich normal, ihre Kinder mit körperlicher Gewalt zu erziehen. Das weiß ich und obwohl befreundete Familien versuchen, solche Situationen vor meinen Augen und den Augen meiner Familie zu vermeiden, können sie nicht immer verstecken, dass sie ihre Kinder schlafen. Ein Schlaf auf den Po, eine Ohrfeige oder ein Satz auf die Finger – viele Leute meinen einfach, dass ihre Kinder nur damit lernen. Ich habe schon viel über häusliche Gewalt geschrieben, hatte sie jedoch im Westen noch nie erlebt und wir waren alle schockiert, als wir Zeugen davon wurden, dass es das auch dort gibt, zumindest in dieser italienischen Familie.
Der Junge quengelte, ganz offensichtlich war ihm langweilig und er wusste nicht, was er machen sollte, während seine Mutter sich mit einem anderen Besucher unterhielt. Die Mutter gab ihm seine Wasserflasche, um ihn zu beschäftigen, aber das war es nicht, was er wollte. Er stand neben ihrem Stuhl und warf die Wasserflasche zu Boden, wo sie aufplatzte und das Zimmer flutete. Schneller als irgendjemand ihr hätte sagen können, dass es auf dem Steinboden nichts ausmachte, dass wir es einfach schnell aufwischen würden, hatte sie bereits ausgeholt und den Jungen auf den Po gehauen.
Vielleicht könnt ihr euch unsere Gefühle in dem Augenblick vorstellen. Wir sahen die Überraschung und den Schock in den Augen der anderen, die Frage, ob wir ihr sagen sollten, dass sie das nicht tun solle. Sie hatte nicht fest zugeschlagen und er hat keinen körperlichen Schaden genommen. Er hat den Schlag wahrscheinlich gespürt und die Wirkung war psychologisch, aber es war gegen alles, was wir glauben und auch unseren Kindern beibringen.
Das Schwierigste war, dass einige unserer Jungs auch in der Nähe waren und uns bestürzt ansahen. Drei oder vier Kinder, zwischen fünf und zwölf Jahre alt, denen wir mit Mühe beigebracht haben, dass wir jeden Konflikt ohne Schlagen, Treten, Beißen oder andere Formen der Gewalt angehen können.
Ist es denn dein Recht, dein Kind zu hauen, zu ohrfeigen oder ihm den Hintern zu versohlen, wenn du in meinem Haus bist, wo das normalerweise ein großes Tabu ist? Nur weil du das bei dir daheim auch machst? Ich bin mir ziemlich sicher, dass dem nicht so ist! Ich kenne die Gesetzeslage in deinem Heimatsland nicht, aber in Indien ist körperliche Bestrafung illegal und körperliche Bestrafung wird von UNICEF definiert als ‚jegliche Strafe, zu der körperliche Kraft angewandt wird mit dem Zweck, einen bestimmten Grad Schmerz oder Unwohlsein hervorzurufen, egal, wie leicht.‘
Die Situation veränderte sich daraufhin zu schnell, als dass wir wirklich etwas sagen konnten. Natürlich fing der Junge laut an zu weinen und sie entschuldigte sich schnell, hob ihren Sohn auf und ging. Wahrscheinlich hatte sie jedoch einen Blick in unsere Gesichter geworfen, da sie den Jungen vor unseren Augen nicht noch einmal schlug. Wir hatten beschlossen, dass wir mit ihr reden würden, wenn wir so etwas noch einmal sehen würden, doch sie blieb nicht sehr lange und achtete offensichtlich darauf, dass es nicht dazu kam und so brachten wir das Thema nicht nochmal auf.
Ein sehr seltsames Gefühl, eine ungute Situation und das Einzige, was bleibt, ist der Wunsch, dass kein Kind auf der Welt so etwas erleben muss. Eltern müssen lernen, ihre Kinder ohne Gewalt zu erziehen – jegliche Art von Gewalt!
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