Heute habe ich in der Zeitung eine Überschrift gelesen, die meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat:
Prostitution in Ashrams
Als ich weiterlas, erfuhr ich, dass die Polizei von Vrindavan gestern Informationen von einer unbekannten Quelle bekommen hat, eine heiße Spur, der sie sofort folten. Sie machten sich auf den Weg in Vrindavans Viertel Raman Reti, eine Gegend, in der viele Ashrams und große Tempel stehen, in denen angeblich in genau diesem Augenblick Prostitution im Gange sein sollte.
Sie durchsuchten den Ashram und nahmen fünf Menschen fest, zwei Frauen und drei Männer. Es waren zwei Prostituierte, zwei Kunden und ein Zuhälter. Die Zeitung zeigte sogar ein Bild von ihnen. Als die Polizei in den Raum kam, hatten sie gerade Geschlechtsverkehr.
Die Frauen gaben in einer Stellungnahme zu, dass sie seit einem Jahr die Zimmer verschiedener Ashrams dieser Nachbarschaft dafür verwendeten, ihre Kunden zu treffen und dort Sex zu haben. Sie erklärten, dass sie glaubten, ein Ashram ware ein sehr sicherer Ort für ihre Arbeit.
Die Polizei sagte, sie hätten von solcher Prostitution schon länger gewusst, doch nun hatten sie sie endlich in flagranti erwischt und konnten sie festnehmen. Sie fügten hinzu, dass sie Informationen über noch mehrere weitere Ashrams und Frauen hatten, bis jetzt jedoch keinen Weg gefunden hatten, das zu beweisen. Dieses Mal hatten sie genug Beweis. Sie hatten es mit eigenen Augen gesehen und haben bei den Frauen einen guten Vorrat Kondome gefunden.
Wir haben diese Art von Geschichte natürlich auch schon gehört. Es gibt sogar Geschichten von Frauen, die von außerhalb Indiens mit einem Touristen-Visum hierherkommen, irgendwo im spirituellen Umfeld Vrindavans ein Zimmer mieten und hier mit Sex etwas Geld verdienen. Die restliche Zeit gehen sie religiösen Aktivitäten nach, gehen in Tempel und können so ein Bild der Frömmigkeit, Spiritualität und Religiösität beibehalten. Niemand würde glauben, dass sie Prostitution betreiben. Männer hier sind bei Ausländerinnen fasziniert; es ist exotisch und aufregend und so ist es vielleicht gar nicht schwer für sie, Kunden zu finden. Ich habe schon früher über spirituellen Sex-Tourismus geschrieben, doch in diesem Fall sind es die Touristen, die das Geld verdienen.
Leider werden viele Ashrams heutzutage missbraucht. Manager nehmen Geld für die Zimmer und geben vor nicht zu wissen, was diese Frauen in ihren Zimmern machen, wo ständig verschiedene Männer herin- und herzusgehen. Es ist nicht richtig. Ein Ashram ist ein Ort um zu Teilen, aber nicht auf diese Weise.
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