Deine Religion ist deine Privatsache und hat beim Bewerbungsgespräch nichts verloren – 21 Dez 15

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Vor Kurzem haben wir auf der Suche nach einem Lehrers für unsere Schule eine Zeitungsanzeige aufgegeben. Er oder sie sollte fließend Englisch sprechen, zum Unterrichten qualifiziert sein und Erfahrung haben. Leider mussten wir viele Bewerber ablehnen – und interessanterweise ist der Grund hierfür auch hin und wieder ihre Religiosität.

Meistens sind diejenigen, die sich bewerben, überhaupt nicht qualifiziert, ausgebildet oder erfahren, weswegen wir sie ablehnen mussten. Religion ist für uns normalerweise überhaupt kein Auswahlkriterium. Üblicherweise ist es uns völlig egal, ob jemand Hindu, Muslim, Christ oder Jude ist oder lieber den Gott der Tauben anbetet, solange er oder sie unterrichten kann und eine nette Person ist. Doch es gibt auch eine Grenze und die erreichen wir, wenn wir den Eindruck haben, dass die Religiosität der Person unsere Kinder beeinflussen würde.

Der erste Hinweis darauf ist das Aussehen: es gibt gewisse religiöse Zeichen, wie bei Männern eine einzelne, lange Haarsträhne am Hinterkopf, ein roter Strich, der über die ganze Stirn geht und noch einige weitere. Eine Burka wäre noch so ein Zeichen. In manchen Fällen sieht es wirklich so aus, als ginge der Bewerber auf Pilgerreise und besuchte mehrere Tempel, statt sich für die Stelle des Lehrers zu bewerben! Es ist definitiv unwissenschaftlich und irgendwie auch unprofessionell.

Wir wollen den Kindern unserer Schule eine vernünftige, wissenschaftliche Denkweise vermitteln und bitten sie sogar, in der Schule keine religiösen Zeichen zu tragen – denn wir wollen, dass wir alle Menschen sind, nicht durch die Religion geteilt. Sie kommen zum Lernen, nicht zum Beten. Wir hätten also auch ungern Lehrer, die ihre Religion zur Schau stellen. Es zeigt, dass sie selbst völlig in etwas involviert sind, was wir für irrational halten – was würden sie also unseren Kindern beibringen?

Weitere Beweise dafür kommen normalerweise während dem Gespräch auf. Eine Frau erzählte zum Beispiel, dass sie und ihr Ehemann aufgrund ihrer Liebe zu Krishna extra nach Vrindavan gezogen waren. Sie hatten ihre guten Arbeitsplätze hinter sich gelassen, um sich selbst in Krishnas Geburtsort ihrem Gott hinzugeben. Das Geld war ihnen nicht so wichtig, doch man muss ja etwas tun, um zu leben, also beschlossen sie zu unterrichten – auch wenn sie keinerlei Erfahrung oder Qualifikation hatten.

Als Ramona sie fragte, ob es nur ihr Ehemann war, der religiös war, oder auch sie, antwortete sie ‚Oh, er ist mein Laddu Gopal!‘ Dieser Ausdruck wird für das Baby Krishna verwendet und beschreibt ihren Ehemann als jemand, dem sie ergeben ist und um den sie sich kümmert, den sie verhätschelt!

Ich lief in gerade diesem Augenblick vorbei und sah Ramonas Gesicht – unbezahlbar!

Scherz beiseite, wenn du zu einem Bewerbungsgespräch gehst, fang bitte nicht an zu predigen. Andererseits wird dadurch nur deutlich, dass du nicht an unserer Schule unterrichten wirst, weil wir nicht wollen, dass du das an unsere Kinder weitergibst. Wenn sie das lernen sollten, müssten sie nicht bei uns zur Schule kommen!

Nein, diese Lebenseinstellung und vor allem der ganze Aberglaube, der mit der Religiosität kommt, ist nicht das, was wir für unsere Kinder wollen!

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