Gestern habe ich euch erzählt, wie beschäftigt wir in den letzten Wochen und Monaten gewesen sind und dass wir damit eigentlich ganz glücklich sind. Da wir viele Stunden im Krankenhaus verbracht haben, hatte ich einige Gedanken zu den ganzen Leuten, die da arbeiten – weil man sich kaum eine Arbeit vorstellen kann, bei der man mehr zu tun hat, als ein Arzt oder eine Krankenschwester! Meine Schlussfolgerung: sie müssen wirklich involviert sein, gleichzeitig aber auch ihren Abstand halten!
Zuerst muss man seine Arbeit wirklich lieben, um sie ordentlich zu machen. Ich glaube, dass das besonders im medizinischen Bereich wahr ist. Das ist Arbeit, bei der man selbst Hand anlegt. Krankenschwestern, Ärzte, selbst die Assistenten sind die ganze Zeit von Leuten umringt, aber ohne den normalen Abstand, den man in fast jedem anderen Bereich hat. Berührungen sind notwendig, das genaue Betrachten verschiedener Körperteile, dass man ordentlich zuhört, während man gleichzeitig aufmerksam beobachtet!
Sie haben lange Schichten und verbringen den ganzen Tag völlig in dieser Umgebung, mit Notfällen, langen Operationen, Betreuung davor und danach, Erfolgsgeschichten und Tragödien. Es geht gar nicht anders, als völlig involviert zu sein. Gleichzeitig brauchen sie, um selbst bei gesundem Verstand und am Leben zu bleiben, einen gewissen Abstand.
Jeder Person braucht auch ihr eigenes Leben. Es ist unmöglich, sich 100% dem hinzugeben, was man für anderen macht. Das kann sogar eine recht lange Weile lang gut gehen, aber am Ende steht da ein Zusammenbruch, wenn man nicht auch eine gewisse Zeit seines Lebens für sich selbst aufhebt!
Patienten kommen und gehen. Manche sind länger da und man entwickelt eine Art Verbindung zu ihnen, während andere nur eines Tages auftauchen und wieder verschwinden. Es gibt Geschichten, die dich berühren – wie Monikas Geschichte bereits viele Herzen in unserem Krankenhaus berührt hat. Du kannst stolz sein auf die Arbeit, die du tust, um ihnen zu helfen, sie zu retten und dich um sie zu kümmern.
Leider gibt es auch diejenigen, für die alle Hilfe zu spät kommt. Dann bist du da, um denen zu helfen, die zurückbleiben.
Mit all dem im Kopf, möchte ich einfach nur jedem noch einmal bewusst machen, wie wichtig diese Arbeit für uns alle ist. Ein Dankeschön an alle, die im medizinischen Bereich arbeiten. Und auch eine Erinnerung: achte auf dein Privatleben, auf diesen kleinen, aber notwendigen Abstand, den du einhalten musst, während du mit vollem Herzen deine Arbeit erledigst!
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