Ich habe euch gestern davon erzählt, wie Apra mir beim Spielen, Knuddeln, eben bei unserer Zeit miteinander die großen Fragen des Lebens stellt. Wir machen das oft und diese Unterhaltungen machen wirklich riesigen Spaß. Noch mehr als zu sprechen, macht es mir Freude, ihren Gedankenwegen zu folgen – und heute möchte ich einen weiteren Gedanken mit euch teilen: als Apra fragte, wie sie in den Bauch ihrer Mutter gekommen war.
Eine unserer Lieblingsgeschichten für Apra und eine der, die sie am Liebsten hört, ist, wie sie in Ramonas Bauch war. Wir erzählen ihr, dass sie winzig war, dann aber immer größer geworden ist. Wir kamen aus Deutschland nach Indien, wo der Bauch immer noch größer wurde und gingen dann schließlich mit Ammaji zusammen ins Krankenhaus. Ich erzähle ihr von den wertvollen Augenblicken, als die Ärztin sie herausholte, als ich da stand, die Hand ihrer Ma hielt und sie dann in meine Arme nahm, der Erste, der sie hielt.
Seit sie etwa ein Jahr alt gewesen war, haben wir Apra diese Geschichte in kürzeren oder längeren Variationen erzählt. Sie weiß also, dass sie in Mas Bauch gewesen war und dass eine Ärztin sie herausholte. Einmal jedoch reisten ihre Gedanken noch etwas weiter und sie stellte mir eine weitere Frage:
’Pa, wer hat mich denn in Mas Bauch getan?’
Das war einfach! ‘Ich!’, antwortete ich und zugegebenermaßen schon ganz schön stolz auf mich. Wie üblich folgte gleich die nächste Frage:
’Wie hast du mich denn da reingetan?’ Oh oh… aber sie sprach zum Glück weiter: ‘Mit der Hand?’
Sie hatte es mir leicht gemacht: ‚Ja, mit der Hand!‘ – Andererseits hätte ich wirklich keine Antwort gewusst! Sie war mit der Antwort zufrieden und ich konnte praktisch sehen, wie ihr Verstand zu weiteren Schlussfolgerungen kam:
’Hat Babbaji dich in Ammajis Bauch getan?’
Ja! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schön dieses Gespräch war, als sie all diese Verbindungen knüpfte, verstand, dass ich meinen Beitrag dazu geleistet hatte, dass sie im Bauch ihrer Mutter war! Es war eine einfache Erklärung, die für sie verständlich war – und sie konnte das Konzept auch auf ihre Großmutter und ihren Großvater übertragen!
Gestern erzählte Thomas ihr eine Geschichte von ein paar Fischen. Eines war der Mutterfisch, eines der Vaterfisch und ein Baby. Apra nahm diesen Punkt auf und erzählte Thomas die ganze Geschichte, wie ich sie in Mas Bauch getan hatte und wie sie dann noch ganz klein da drin war!
Im Alter von drei Jahren und drei Monaten hat unsere Tochter ein grundlegendes Verständnis davon, wie Kinder auf diese Welt kommen. Wir bestaunen jeden Tag die Geschwindigkeit des kindlichen Verstands und lieben, wie natürlich das alles mit unserem kleinen Mädchen ist!
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