Wer mein Tagebuch gelesen hat, kennt auch meine Tochter Apra. Da ich immer darüber schreibe, wie glücklich oder fröhlich sie ist, meint ihr vielleicht, dass der gelegentliche Blogeintrag über typische Krankheiten von Kindern fehlt und damit auch die Schwierigkeiten, die auf die Eltern zukommen. Erst heute werdet ihr von so etwas lesen. Der Grund hierfür ist, dass Apra in den letzten drei Tagen zum dritten Mal in ihrem zweieinhalbjährigen Leben Fieber hatte.
Ja, unsere kleine Tochter ist wirklich ein sehr gesundes Mädchen und bis vor drei Tagen war sie erst zweimal richtig krank gewesen. Natürlich etwas Husten oder Schnupfen hin und wieder, aber wir hatten noch nicht viel Erfahrung mit Fieber – und sind da auch sehr froh darüber! Nicht nur freuen wir uns, dass Apra anscheinend ein starkes Immunsystem hat, das fast alles abblockt und den Rest mit leicht erhöhter Temperatur in der Nacht, wenn sie schläft, abtötet. Auch die Kichererbsen hat sie ohne größere Probleme überstanden.
Doch vor drei Tagen war sie etwas heiß, fing zu nießen an und war ganz offensichtlich nicht mehr fit. Sie war knatschig, wollte nicht mehr draußen spielen, was sie seit wir zurückgekommen waren, den ganzen Tag lang getan hatte.
Tja, zuerst ließen wir ihren Körper dieses Problem selbst bekämpfen. Ein niedriges Fieber ist sowieso nur eine natürliche Reaktion, ein Versuch des Körpers, die Eindringlinge zu bekämpfen. Jede Menge Aufmerksamkeit, ein paar Bücher, sogar ein Video – Apra genoss das Kranksein eine Weile lang. Aber das Nasentropfen und Niesen nervte sie schon sehr! Immer, wenn sie nießen musste oder ihre Nase es wagte zu laufen, kreischte sie, so sehr ärgerte es sie! Wadenwickel hielten das Fieber eine Weile lang in Zaum.
Doch als das Fieber stieg, beschlossen wir, ihr reguläre Fiebermedizin zu geben – einen Sirup mit Orangengeschmack, der extra für Kinder gemacht ist. Lecker, fast wie Saft. Theoretisch. Aber nicht für Apra! Sie sah die Flasche und lehnte es gleich ab. Jeglicher Versuch, sie zu überreden scheiterte. Als wir ihr sagten, sie würde sich dann besser fühlen, antwortete sie ‚Mir geht es wieder gut! Meine Krankheit ist rausgegangen!‘ Das hörte sich überzeugend an, aber das Thermometer zeigte etwas anderes!
Der nächste Geistesblitz: eine Tablette statt dem Fiebersaft! Wir können sie zerbröseln und in ihr Dal mischen, in ihr Brot, in einen Löffel Honig, irgendetwas! Ja, wir haben es versucht. Und sind gescheitert. Sei es weil unser Mädchen zu argwöhnisch ist, wenn es um Medizin geht oder weil sie zu schlau ist, um sich von uns austricksen zu lassen – in allem, was wir ihr anboten, fand sie die kleinen Stücke aus pinkem Pulver. Nachdem wir auf diese Weise mehrere Tabletten verschwendet hatten, gaben wir auf.
Am Ende saßen wir zusammen auf Purnendus Bett und besprachen, was wir denn tun würden, wenn das Fieber zu hoch stieg. Naja, sagte ich, ich denke mal, dann müssen wir zum Arzt gehen. Diese Idee gefiel uns überhaupt nicht – wegen einem kleinen Fieber, das bis jetzt sowieso noch nicht wirklich ernst war!
Apra jedoch hörte das, sagte laut ‘NEIN!’ und zeigte auf die Tabletten, die immer noch vor Purnendu lagen. Überrascht zeigte er ihr eine, sie öffnete den Mund und schluckte sie mit ein bisschen Wasser runter!
Was ich aus dieser Episode gelernt habe? Versuche es mit Logik. Versuche es mit Vernunft. Vielleicht ein bisschen Erpressung. Versuche, schlauer zu sein, als eine Zweijährige.
Jetzt hat Apra immer noch Husten, aber das Fieber ist verschwunden. Gestern hat sie wieder draußen mit den Jungs gespielt, fröhlich wie eh und je!
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