Weil ich sowieso schon dabei war, über unser kleines Mädchen zu schreiben, dachte ich, euch auch noch von etwas anderem zu erzählen – ihren Schlafgewohnheiten. Vor Kurzem hat Ramona von einer bestimmten Theorie oder Methode erzählt, wie man sein Kind dazu bringt, ordentlich zu schlafen, und sie erzählte mir davon. Um ehrlich zu sein, hat mir das wirklich nicht gefallen.
Es heißt die ‘Cry-it-out‘-Methode und unterschiedliche Experten haben diese Methode in einigen Variationen beschrieben. Der grundlegende Sinn war einfach nur: man soll das Kind dazu bringen, im eigenen Bett von alleine einzuschlafen. Wenn das Kind weint, reagiert man für eine bestimmte Ziet nicht, doch dann geht man hin und beruhigt das Baby. Man legt es wieder hin und wenn er oder sie weint, wartet man dieses Mal ein bisschen länger mit der Reaktion, geht dann wieder hin und macht etwas weniger, um das Baby zu beruhigen. Auf diese Weise verlängert man die Wartezeit und verringert die Zeit mit dem Baby, bis es das Baby schließlich schafft, ohne fremde Hilfe alleine einzuschlafen. Einige Sätze, die bei mir hängen blieben waren ‚Es kann schwierig sein, sein Kind weinen zu hören, doch sollte man stark bleiben und den Rhythmus nicht unterbrechen.‘ und ‚Wenn man Schwierigkeiten hat, für die angesetzte Zeit vom Baby fern zu bleiben, kann man seinen Partner bitten zu übernehmen und etwas spazieren gehen.‘
Um ehrlich zu sein fand ich das, als ich davon hörte, eine schreckliche Vorstellung und ich kann euch versprechen, dass ich das mit meinem Kind ganz sicher nie machen werde. Ich würde sie nie hinlegen und sie nicht hochnehmen, wenn sie weint. Ich habe sowieso schon geschrieben, dass wir kein Babybett verwenden und auch bei diesem Thema glaube ich, dass das Baby mit mehr Nähe auch mehr Vertrauen gewinnt. Ich glaube, es gibt dem Baby ein sicheres Gefühl, wenn sie zu weinen beginnt und jemand ist gleich da, um zu sehen, was los ist. Würde es dir nicht das Herz brechen, fern zu bleiben, während sie weint? Wie kann man sowas denn nur vorschlagen? Natürlich wäre das schwierig! Und wie könnte man dann einfach einen Spaziergang machen und sich selbst Schuldgefühle schaffen und gleichzeitig dem Baby das schreckliche Gefühl geben, dass da niemand für es da ist? Wie kann denn das gut sein für ein Baby? Sie ist gerade auf diese Welt gekommen und sollte erleben, dass es hier Menschen gibt, die sich um sie kümmern, die sie lieben und die sie nicht in ihrem Elend liegen lassen würden!
Ich meine damit nicht, dass man bei jedem kleinen Geräusch zu seinem Kind laufen sollte. Wenn ich Apra zuhöre, kann ich klar und deutlich einen Unterschied zwischen dem Geräusch hören, das sie macht, wenn sie nicht die richtige Stellung zum Liegen findet und dem Geräusch ihres echten Weinens. Wenn jedoch die ersten Anzeichen auftreten, dass sie wirklich zu weinen beginnt, fangen wir an mit ihr zu sprechen oder legen eine Hand auf ihren kleinen Körper, um sie wissen zu lassen, dass wir da sind. Wir streicheln ihr sanft über den Kopf oder lassen sie das Gewicht und die Wärme der Hand auf ihrer Brust oder ihrer Seite spüren.
Wenn sie zu weinen anfängt, nehmen wir sie auf den Schoß. Wir schaukeln sie, wir reden mit ihr, wir singen sogar ein bisschen oder Ramona stillt sie. Wenn sie wach ist und nicht schlafen will, spielen wir mit ihr – und nach einer Weile wird sie müde und schläft dann ein. Das ist gar kein Problem – wir können für sie da sein und etwas später schlafen. Es funktioniert, sie hat so nie wirklich Probleme mit dem Einschlafen.
Ich weiß, dass jetzt vielleicht viele Leute sagen, dass jedes Kind anders ist und wir einfach nur Glück haben, dass unser Kind nicht so viel weint. Andere sagen vielleicht, dass uns das auch noch passieren wird. Es mag ja sein, dass unsere Apra ein sehr friedliches und glückliches Kind ist, einfach nur von Natur aus, aber ich glaube, dass wir einfach nur ganz natürlich mit ihr umgehen und unseren Instinkten folgen, anstatt irgendeiner Methode. Nimm dein Kind auf den Arm, wenn du dich danach fühlst. Höre auf deine natürlichen Gefühle und reagiere dann auf dieser Ebene auf die Gefühle deines Kindes. Ich werde euch auch in Zukunft von dem Zusammenleben mit unserem Mädchen erzählen, aber ich weiß jetzt schon, dass ich nie die ‚Cry-it-out‘-Methode anwenden werde.
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