Es ist schon länger her, dass ich das letzte Mal von Apra erzählt habe und als ich heute mir ihr spielte, hatte ich das Gefühl, dass mal wieder ein Blogeintrag fällig wäre. Es macht mir genauso viel Spaß, über sie zu schreiben, wie daran zu denken, dass es euch Freude macht, von ihr zu lesen und mir vorzustellen, wie sie in ein paar Jahren all diese Blogeinträge lesen wird!
Ich habe euch von der Woche erzählt, die Apras deutsche Familie mit uns hier im Ashram verbracht hat. Es war eine tolle Zeit für sie, voller Spiele, gemeinsamer Zeit, mit vielen deutschen Gesprächspartnern, neuen Geschichten und Abenteuer-Ausflügen.
Ihr Großvater merkte auch, wie energetisch Apra ist! Sie macht nun normalerweise keinen Mittagsschlaf mehr, mit gelegentlichen Ausnahmen, wenn sie mittags wie durch ein Wunder müde wird. Normalerweise jedoch ist sie den ganzen Tag fit wie ein Turnschuh! Sie rennt, springt, spielt und vor allem redet sie den ganzen Tag lang. Der Vorteil hiervon ist, dass sie recht früh am Abend einschläft – also etwa um neun Uhr – und dann die ganze Nacht bis ungefähr acht Uhr früh durchschläft. Sie ist in der Nacht nie oft aufgewacht, aber es passierte öfter, dass sie abends lange nicht einschlief.
Unsere Kleine ist eine richtige Quasselstrippe. Wir witzeln manchmal, dass das ja auch kein Wunder ist: schließlich ist das Reden der Beruf ihres Vaters! Apra hat schon früh mit dem Sprechen begonnen und meine Mutter hat immer gesagt, sie würde sie dazu bringen, ganz viel zu quatschen. Ammaji hatte nur elf Monate mit ihr, aber sie hat es geschafft: es gibt kaum eine Minute, die Apra in Stille verbringt! Sie erzählt jetzt so große Geschichten in Hindi und Deutsch, dass wir als Eltern gar nicht anders können, als super stolz zu sein!
Natürlich verwendet sie ihre Sprache und Stimme auch darauf, uns und die Leute um sie herum davon zu überzeugen, dass die Dinge so ablaufen sollten, wie sie es will. Es ist nicht immer leicht, die Grenzen zu setzen, wenn dieses kleine Mädchen vor dir steht und argumentiert, Kompromisse vorschlägt und dich flehentlich bittet. Es ist aber notwendig, um sie davon abzuhalten, rumzuschreien und in Trotzanfälle auszubrechen. Ich nehme an, dass das einfach zum Eltern-sein gehört, aber es ist auch schön, da hin und wieder auch Erfolge zu sehen!
Was sie bei uns versucht, macht sie natürlich auch mit ihren Freunden beim Spielen. Mit dem ganzen Lachen, Schreien, Rufen und einfach viel zu lautem Reden schafft sie es oft, dass sie bis zum Abend heißer ist!
Apra ist auch ein halbdeutscher Perfektionist. Kleine Dinge müssen immer so sein ‚wie sie sein sollten‘, damit sie zufrieden ist, egal ob das nun ihr Klettverschluss ist, der genau passen muss oder ihre Farbstifte, die alle mit der Spitze in eine Richtung sortiert sein müssen. Als sie heute mit einem der Jungs im Ashram redete, dem vierjährigen Sohn einer Mitarbeiterin, gab es eine Kleinigkeit, die sie richtig nervte. Sie wollte ihm beibringen, wie man ihren Namen richtig ausspricht: ‘A-p-r-a!’ sagte sie ihm immer wieder. ‚Apla‘, antwortete er. So ging es hin und her und Apra wurde immer ungeduldiger, bis sie schließlich aufgab und wütend sagte ‚Du bist zu klein, du kannst ja noch gar nicht richtig sprechen!‘
Sie erinnert uns täglich an die Tatsache, dass wir schon ein ganz großes Mädchen haben – aber dass wir auch noch viele Jahre der Freude vor uns haben, in denen wir unsere kleine, willensstarke Madame großziehen dürfen! 🙂
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