Wir sind gesund und munter nach einer anstrengenden aber trotzdem sehr schönen Reise in Deutschland angekommen. Natürlich ist der Hauptgrund, dass mir diese Reise trotz Unwohlsein im Knie so viel Spaß gemacht hat, unser Töchterlein Apra.
Apra ist schon sehr lange aufgeregt, weil wir nach Deutschland fliegen! Wir haben ihr einige Wochen vor unserer Abreise bereits von den Plänen erzählt. Danach mussten wir unser Ticket um zwei Wochen verschieben, so dass sie wirklich viel Zeit für die Vorfreude hatte! Seit Wochen beginnt sie nun schon viele Sätze mit ‚In Deutschland…‘!
Sie erinnert sich noch an recht viele Dinge von ihrem letzten Besuch hier vor einem Jahr. Natürlich haben wir ihr auch viel erzählt und ihr viele Bilder gezeigt, was ihr geholfen hat, die Erinnerung im Gedächtnis zu behalten. Seit wir ihr erzählt haben, dass wir bald nach Deutschland fahren, redet sie also von den Leuten, die wir dort treffen würden, wobei sie all unsere Freunde – und deren Haustiere – beim Namen nennt und erzählt, was sie machen würde, wenn sie sie endlich treffen würde. In den vergangenen Tagen wurde ihre Vorfreude so intensiv, dass sie uns bestimmt zehnmal am Tag erklärte, dass sie im Flugzeug nach Deutschland fliegen würde, dass Thomas und Iris uns abholen kommen würde und dass wir dann Brötchen und Marmelade zum Frühstück essen würden.
Und so war es auch. Wir sind gestern Abend im Ashram losgefahren, als es für Apra schon fast Bettzeit war. Sie hat eine Weile im Auto geschlafen und ist aufgewacht, als wir am Flughafen waren – wahnsinnig aufregend! Als wir durch den Flughafen liefen, hörten wir ihre Ausrufe des Staunens über alles, was sie sah, zeigte überall herum und zog ihren kleinen, roten Koffer hinter sich her!
Es war für sie etwas schwierig zu verstehen, warum wir nicht weitergingen, immer, wenn wir Schlange stehen mussten oder an Schaltern wie beim Einchecken, der Immigrations-Prüfung oder dem Sicherheits-Check warten mussten. Dann sagte sie ‚Komm weiter!‘ und lief ungeduldig drei Meter nach vorne, nur um wieder zurückzukommen und auf uns zu warten.
Sie beobachtete ihre Umgebung, besonders die Kinder um sie herum, drehte ein paar Runden auf den Rollbändern und bestaunte am Gate die Flugzeuge draußen. Bevor wir ins Flugzeug einstiegen, machte sie uns auch sehr deutlich, dass sie nur in einem kleinen Flugzeug fliegen würde, nicht in einem großen, weil sie ja selbst noch klein war. Wir versicherten ihr, dass wir das kleine Flugzeug nehmen würde.
Sobald das Flugzeug in der Luft war, war sie eingeschlafen und wachte erst etwa zwei Stunden vor der Landung auf. Wir verbrachten die verbleibende Zeit mit Spielen, Essen und Lesen. Als es Zeit für die Landung war, wollte sie dann schon raus und bis die Flugzeugtüren endlich öffneten lenkten wir sie ab, indem wir uns unser deutsches Frühstück ausmalten.
Es war einfach herrlich, Thomas und Yashendu in Frankfurt zu treffen und die frische – wenn auch etwas kühle – deutsche Luft zu atmen. Apra freute sich so sehr, sie zu sehen und sobald sie daheim war, fing sie gleich an zu spielen. Sie ist meine kleine Heldin – egal wo wir sind, solange es uns allen gut geht, ist sie glücklich!
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