Es ist schon länger her, dass ich euch das letzte Mal erzählt habe, wie es unserem Baby geht. Sie ist eigentlich wirklich kein Baby mehr – sie wächst körperlich und geistig so sehr, dass wir uns oft fragen, wo dieses kleine Päckchen geblieben ist, das wir vor zwei Jahren in unseren Armen gehalten hatten.
Dieser Tage hat Apra so viel Spaß beim Tanzen, dass sie praktisch den ganzen Tag lang tanzt. Sie hat ihr kleines Musiksystem, das sie in einer Hand hält, während sie sich wiegt, mit der freien Hand indische Tanzbewegungen macht, sich im Kreis dreht, ihre Hüften schwingt und mitsingt. Sie kann drei oder vier Lieder immer wieder und stundenlang anhören und wir müssen nur aufpassen, dass wir zwischendurch die Batterie ihres Musiksystems aufladen.
Kinder sind alle großartige Tänzer und lieben Musik, aber ich glaube, was ihre Liebe zur Musik sogar noch größer machte, waren zwei Dinge in den vergangenen Wochen: die Zeit mit unserem musikalischen Freund Thomas hier, der täglich die Gitarre rausholte und mit den Kinder Kinderlieder sang und der Besuch einer weiteren Freundin, einer Facebook-Freundin, die an einem gemeinsamen Abend einen semi-traditionellen Tanz aufgeführt hat. Nachdem sie diesen eleganten Tanz gesehen hatte, mussten wir in den Tagen danach die gleichen Lieder spielen und zusehen, wie sie mit viel Interesse online Tanzvideos ansah. Sie imitiert nun all diese Bewegungen auf sehr süße Weise!
Oh ja, und sie hat vor einigen Tagen das Hüpfen gelernt! Sie bemüht sich schon lange, beide Füße gleichzeitig vom Boden bringen zu können und eines Tages war sie dann wahnsinnig glücklich: auf einmal klappte es!
Das alles war für sie praktisch während unseren Holi-Feiern! Natürlich hatten die Kinder den meisten Spaß an den Vorbereitungen! Wenn da irgendwo Farben waren, hatten sie ihre Hände drin. Wenn da irgendwo Wasser war, konnte man davon ausgehen, dass ihre Kleidung in der nächsten Minute dreckig sein würde!
Doch an der großen Party spielte Apra zuerst mit der Tonerde, die wir auf unsere Körper reiben, um sie vor der Farbe zu bewahren, doch dann wurde es ihr zu viel. Sie fühlte sich schmutzig und wollte, dass wir sie abduschen, damit alles runterkommen würde.
Also ging sie duschen und beobachtete dann aus sicherer Entfernung, wie wir anderen uns mit Farben bewarfen. Sie tanzte, wo es trocken und sauber war und erst als der Farbenwahn ein bisschen zurückgegangen war und wir uns hinsetzen, um uns mit einer weiteren Runde Tonerde und einer Mischung aus Mehl und Joghurt zu säubern, kam sie zu uns in den farbigen Garten. Dort setzte sie sich hin, begann ganz hilfreich, den Lehm auf Ramonas Arme und Gesicht zu verteilen und tauchte schließlich beide Hände in die Joghurt-Schale, um diesen auf uns zu werden. Sie hatte ihre ganz eigene Holi-Party!
Jetzt freut sie sich schon auf die nächste Feier: morgen ist Ramonas Geburtstag. Natürlich haben wir ihr das erzählt und so redet sie fast ausschließlich hiervon: wir schneiden dann den Kuchen an, essen ihn, sie trägt ihr neues Kleid – eines der schönen Stücke, die sie an ihrem Geburtstag geschenkt bekommen hat – und natürlich tanzen wir dann alle auf ihre Lieblingslieder!
Es ist so herrlich, wenn wir doch nur alle ein bisschen mehr sein könnten wie sie und unsere Leben wie Kinder leben könnten!
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