Apras erste Reise ohne Ma und Pa – 13 Jul 15

Apra

Als Eltern erlebt man jede Menge ‘erste Male’. Letzte Woche hatten Ramona und ich ein sehr großes ‚erstes Mal‘: das erste Mal, dass unsere Tochter nicht bei uns im Bett schlief, das erste Mal, dass unsere Tochter ohne uns auf eine Reise ging!

Ja, Apra hat ihre erste große Reise ohne Ma und Pa hinter sich. Jedes Jahr muss meine Großmutter in ihre Heimatstadt fahren, um ihre Rente abzuholen. Ihr Ehemann war Beamter beim Staat und so bekommt sie eine Witwenrente – aber sie muss diese in der Stadt abholen, in der sie damals lebten, eine Stadt in der Nähe von Khajuraho im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh.

Ein Gast, Hannah, die zur Zeit im Ashram ist, beschloss, auch mitzukommen! So kam es, dass Naniji, Purnendu, Hannah, eine weibliche Mitarbeiterin, die Naniji helfen würde, und natürlich Apra am Mittwoch in der Früh mit dem Auto nach Khajuraho fuhren.

Seit die Pläne im Raum waren, bestand Apra darauf, dass sie ihren Onkel auf dieser Reise begleiten würde! Sie wollte schon zuvor so oft gehen, als er Gäste als Reiseführer durch das ganze Land begleitete, doch nun würden auch ihre Großmutter und ein weiteres Mitglied der Ashram-Familie, das sie gut kannte und dem sie vertraute, dabei sein. Also stimmten wir zu – aber natürlich nicht, ohne uns zu fragen, ob sie denn wirklich fahren würde.

Oh, da hätten wir uns gar keine Gedanken machen brauchen! Sie war so aufgeregt und freute sich so sehr, dass jegliche Gespräche darüber, dass sie auch daheim bleiben könnte, von ihr strikt abgelehnt wurden. Wir erzählten ihr, dass Ma und Pa am Abend nicht da sein würden, um mit ihr zu kuscheln. ‚Kein Problem, dann kuschele ich eben mit Onkel Munnu!‘ Und wenn wir dachen, dass sie es sich kurz vor der Abfahrt nochmal anders überlegen würde, lagen wir mehr als nur ein bisschen falsch: sie hüpfte mit ins Auto und winkte uns fröhlich aus dem Rückfenster bis wir sie nicht mehr sahen!

Den ganzen Tag lang und am nächsten auch noch schickte Purnendu uns Bilder von unserer Prinzessin. Sie winkte, posierte, lächelte – vor dem Fort in Gwalior, auf den Stufen der Tempel in Khajuraho, am Pandav Wasserfall, in einem Baumhaus-Restaurant, vor dem Hotelpool, im Hotelpool und auf einem Elefanten!

Sie genoss es in vollen Zügen! Doch ging sie von hier fort und vermisste ihre Eltern wirklich kein kleines bisschen? Das kann natürlich mit einer dreieinhalb-Jährigen nicht sein! Am ersten Abend bekamen wir einen Video-Anruf per Skype und sahen ein kleines Mädchen in den Armen ihres Onkels. Sie sagte ‚Ich will aber JETZT zu euch!‘ und ein paar Tränchen rollten ihr die Backe hinunter! Oh, es bricht einem das Eltern-Herz! Doch nach einer kurzen Unterhaltung und einigen Ablenkungsmanövern durch ihren Onkel ging sie schließlich schlafen. Die zweite Nacht war überhaupt kein Problem mehr!

Schließlich kamen sie am Freitag alle nach einem richtig tollen Ausflug zurück! Zwei Nächte von uns getrennt, doch voller Abenteuer und Spaß – unser kleines Baby ist schon zu einer ziemlich großen Dame herangewachsen!

Oh, aber wie haben wir uns ohne sie gefühlt? Ich glaube, ich kann den morgigen Blogeintrag dieser Frage widmen!

Hier kannst du die Bilder von Apras großer Reise sehen

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