Apra gewöhnt sich an den Schulalltag – 14 Sep 16

Stadt:
Vrindavan
Land:
Indien

Ich habe euch ja schon gesagt, dass ich einige Geschichten für euch habe, die von der Tatsache her stammen, dass Apra nun zur Schule geht. Sie meistert diese große Veränderung in ihrem Leben sehr gut – und liebt es, zur Schule zu gehen!

Natürlich war der erste Tag einfach nur aufregend für sie! Nach den Sommerferien war sie eine der zwei neuen Kinder in ihrer Klasse. Die Schuljahre fangen nun schon immer im April an, einige Wochen vor den großen Sommerferien – doch da wir erst im Juni beschlossen hatten, sie in die Schule zu schicken, war sie die Neue in der Klasse. Die meisten der anderen Kinder waren noch nicht einmal in diesem Jahr zum ersten Mal in der Schule, sondern hatten ihre akademische Karriere bereits ein oder zwei Jahre zuvor begonnen! Apra war natürlich schon bei uns zur Schule gegangen, aber ich hatte euch bereits erzählt, dass sie da frei war zu gehen, wann auch immer sie wollte – und wir waren nie weit weg!

Es war also eine große Sache für sie, uns zu verlassen und alleine ins Klassenzimmer zu gehen. Am ersten Tag war alles so neu und aufregend, dass sie nicht einmal dazu kam, an uns zu denken, bis wir schon wieder da waren, um sie abzuholen. In den darauffolgenden Tagen lernten wir alle das Loslassen – was natürlich für alle nicht einfach war! Dabei jedoch merkten wir, was für eine tolle Wahl wir getroffen hatten: die Lehrer waren so professionell, liebevoll und nett mit ihr, dass es wirklich nicht lange dauerte, bis Apra sich daran gewöhnt hatte. Der Abschied blieb noch eine Weile lang schwierig, doch sobald sie im Klassenzimmer war, spielte und lachte sie und hatte Spaß!

Nun marschiert Apra immer glücklich in Richtung Klassenzimmer und winkt mit fröhlichem Lächeln nach hinten. Sie freut sich auf die vielen Dinge, die sie in der Schule mit ihren neuen Freunden tun kann! Sie arbeiten mit Knete, sie malen, sie gehen auf den Spielplatz und zwischendurch lernen sie auch – Englisch, Hindi und Mathematik.

Sie kommt mit Hausaufgaben nach Hause und wir nehmen uns die Zeit, sie mit ihr zu machen – und natürlich mit den anderen Ashram-Kindern. Ein Tisch im Restaurant gehört dann eine oder zwei Stunden lang dieser kleinen Lerngruppe! Das ist auch zu einer Zeit geworden, die unsere Volontäre nun mit unseren Kindern verbringen. Junge Reisende, die mit geringem Budget reisen, an unseren Retreats teilnehmen wollen und dabei Indien erleben möchten, können uns am Abend im Restaurant helfen – und mit den Ashram-Jungs, Apra und wer auch immer sich von den Kindern unserer Mitarbeiter anschließt, Hausaufgaben machen. Natürlich kommt nach der Arbeit auch das Vergnügen – und jede Menge davon!

Es ist schön, diese Entwicklung und neue Routine zu sehen. Es bedeutet auch, dass Apra nun eine feste Bettzeit hat – weil sie in der Früh raus muss! Natürlich funktioniert das an manchen Tagen besser als an anderen, aber Apra hat sich definitiv an ihren neuen Alltag gewöhnt. Und sie liebt es!

Das sehen wir ganz deutlich, wenn wir so wie vorgestern hören: ‘Ist morgen Schule?‘ ‚Nein, morgen ist Feiertag.‘ ‚Och nööööööööö!‘ 🙂

Schule, Veränderung

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