Apra bringt die Augen meiner Mutter wieder zum Leuchten – 20 Jan 12

Stadt:
Vrindavan
Land:
Indien

Wie ihr euch vorstellen könnt, genießen wir alle unsere Zeit mit unserer Kleinen Apra sehr! Gestern schien die Sonne nach mehreren Tagen Nebel mal wieder und es war draußen schön warm. Also brachten wir sie nach draußen, wo sie ihren Kinderwagen einweihen konnte. Den Kinderwagen haben wir eigentlich für Ammaji und Babbaji gekauft, die ihre Freude daran haben werden, sie den Weg im Ashram hinauf und hinunter zu schieben. Natürlich waren aber die Kinder von dieser neuen Sensation begeistert und schließlich waren sie es, die die ersten Runden mit Apra drehten.

Es ist herrlich, dieses kleine Mädchen hier zu haben und es ist immer jemand da, der sie halten und sich um sie kümmern kann. Vor zwei Tagen saß ich mit Apra in meinen Armen auf meinem Stuhl, als mein Vater hereinkam. Er sah uns an und sagte ‚Jetzt spielst du ein bisschen mit ihr und dann gibst du sie mir, ja?‘ Er hat sich also angemeldet und erklärt, dass er als Nächstes an der Reihe sei und mit ihr spielen dürfe. Wir mussten alle lachen, aber es ist wirklich schön, eine liebende Familie um uns zu haben.

Vielleicht macht die Tatsache, dass den ganzen Tag lang so viele Leute da sind, die sich um sie kümmern können, unsere Apra so ruhig und friedlich. Oder es ist ihre Persönlichkeit und ihr Naturell, das da bereits zum Vorschein kommt. Was auch immer es ist, sie ist ein glückliches Kind, lächelt immer noch viel und weint wenig. Das erste Bild ihres Lächelns entstand nur vier Stunden nach ihrer Geburt und jetzt, keine zwei Wochen später, beobachte ich, wie sie anfängt, mit ihrem Gesichtsaudruck und sogar mit kleinen Lauten auf Worte zu reagieren – es ist einfach bezaubernd!

Apra liebt es, bei ihren Großeltern zu sein und sie lieben es, sie stundenlang in ihrem Zimmer bei sich zu haben. Sie liegt bei ihnen auf dem Bett und sie reden mit ihr, sehen sie an oder nehmen sie auf den Schoß. Wenn ich meine Mutter so sehe, wie sie unsere Apra in den Armen hält, macht es mich sehr glücklich. In diesen Momenten hat sie ein besonderes Lächeln auf dem Gesicht, das ich mehrere Jahre lang nicht gesehen habe.

Es ist dieser Glanz in ihrem Augen, den ich von früher kenne, der jedoch mit dem Tod meiner Schwester verschwunden war. In den Jahren nach Paras tödlichem Unfall habe ich diese Freude und dieses vollständige Glück in ihren Augen nicht mehr gesehen. Jetzt, nach der Geburt meiner Tochter, scheint ihr Gesicht wieder.

Zu sehen, wie glücklich Ammaji dieser Tage ist, lässt mich spüren, dass wir ihr dieses Geschenk gemacht haben und das macht mich stolz, glücklich und gleichzeitig bescheiden, wenn ich daran denke, wie viel Glück ein kleines Wesen wie sie mit sich bringt. Es ist ein Wunder dieser Welt, dass solche Geschöpfe existieren.

Wir sind einfach nur glücklich, mit diesem kleinen Menschen in unseren Leben gesegnet zu sein. Morgen kommt Ramonas Vater hier zu Besuch und so wird sie auch etwas Zeit mit ihrem deutschen Großvater verbringen.

Sieh Bilder von Apra in ihrem Bilderalbum

Glück, Glueck
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