Ich bin eine sehr offene Person und ich teile mein Leben gerne offen mit allen. Nicht einmal 24 Stunden nach Apras Geburt haben wir ihr Bild auf diese Internetseite hochgeladen, in einen Blogeintrag, in dem ich euch von unserem Glück berichtet haben, dass wir eine Tochter haben. In den Wochen und Monaten danach habe ich in diesem Blog Bilder und Geschichten mit euch geteilt und wir haben Hunderte von Bildern auf Apras Fotogalerie hochgeladen. Da unsere Freunde und Familienmitglieder auf der ganzen Welt verteilt sind, haben wir vor Kurzem eine Facebookseite begonnen, auf der wir Apras tägliche Bilder mit allen teilen wollen und auf die wir auch ihre monatlichen Videos hochladen.
Ich weiß, dass die Leute gerne ihre Bilder ansehen. Wir hatten so gute Rückmeldungen auf die Facebookseite, Hunderte von Leuten teilten ihre Bilder mit ihren Freunden und auch auf unserer eigenen Fotogalerie gab es Kommentare. Wir haben Emails von Leuten bekommen, die schreiben, wie süß sie ist und wie sie strahlt und lacht. Es gibt wirklich so viele lachende Bilder von ihr, so dass die Menschen sogar fragten ‚Weint sie eigentlich jemals?‘ Eine weitere Person fragte ‚Hat sie denn überhaupt Zeit, auch mal schlechte Laune zu haben?‘ und jemand anderes fragte, ob wir ihm ein Bild schicken könnten, in dem sie nicht so gut drauf ist.
Ich muss euch ganz ehrlich sagen, dass wir euch kein solches Bild zeigen können! Unser kleines Mädchen ist einfach von Natur aus sehr, sehr fröhlich. In ihrem allerersten Bild hat sie ein großes Lächeln, nur Stunden nach ihrer Geburt. Sie lacht, sie kichert und sie lächelt. Wenn sie damit beschäftigt ist, etwas Neues zu betrachten, was ihr gerade in die Hand gekommen ist – sei das eine Schüssel, eine leere Wasserflasche oder irgendetwas, das ihr im Weg lag – so ist sie ernst, interessiert, neugierig – aber immer noch guter Laune.
Natürlich kann ich nicht sagen, dass unser Baby nie weint, aber wirklich nur selten. Und an solchen Gelegenheiten stehen wir nicht mit einer Kamera vor ihr! Wir geben unser Bestes, um sie zu beruhigen und wieder zum Lachen zu bringen. Jemand nimmt sie auf den Arm, gibt ihr etwas, was sie sich ansehen kann, macht ein lustiges Geräusch, schaukelt sie von oben nach unten oder geht mit ihr woanders hin, um die Umgebung zu ändern und etwas anderes zu tun. Normalerweise ist sie in ein oder zwei Minuten ruhig.
Wir wissen bereits, dass sie willensstark ist: wenn sie müde ist, wird sie ungeduldig und kämpft gegen die Müdigkeit. So schafft sie es, noch eine Weile länger wach zu bleiben, bis sie mit unseren Bemühungen schließlich einschläft. Wenn sie Hunger hat, wird sie noch ungeduldiger und schreit, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen, da sie etwas gefüttert bekommen will. So füttern sie manchmal zur Essenszeit drei Leute gleichzeitig: von dem Moment an, wenn sie den vorigen Bissen runtergeschluckt hat, fordert sie Nachschub! Du kannst den Löffel gar nicht schnell genug wieder füllen – also ist es gut, wenn da noch jemand anderes einen Löffel Gemüse oder Linsen bereit hat.
Sie sagt bereits ganz deutlich, wo sie hinwill, indem sie ihre Hände in die Richtung von Menschen oder Türen ausstreckt. Wenn wir sie auf einen Teppich oder den Boden setzen, krabbelt sie selbst und kann, mit einer Hand zur Unterstützung, auch bereits einige wackelige Schritte in Richtung ihres Ziels machen. Hier sind viele Hände, die ihr helfen, da hinzukommen, wo sie hinkommen will – warum also sollte sie weinen?
Warum sollte sie denn Zeit brauchen, um schlecht drauf zu sein? Ist das nicht eine seltsame Einstellung, dass ein paar Stunden des Tages dazu da sind, dass man schlechte Laune hat? Doch wirklich, wenn auch immer es passiert, dass sie mal nicht fröhlich ist, tun wir einfach alles, damit sie sich wieder besser fühlt – und machen in der Zeit keine Bilder.
Wenn du im Ashram vorbeikommst, kannst du selbst mit ihr spielen. Dann siehst du, dass du, wenn sie die ersten Anzeichen macht zu weinen, selbst versuchst, sie schnell abzulenken und wieder zum Lachen zu bringen – weil ihr Lachen einfach das Tollste auf der Welt ist!
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