Ramona und ich haben letzte Nacht ihre Familie zum Flughafen in Delhi gebracht und sind um sechs Uhr früh nach Hause gekommen. Ihr Flieger ist um sieben Uhr morgens gestartet und sie sind jetzt immer noch unterwegs. David und sein Freund haben heute auch den Ashram verlassen, um ihre letzten Tage in Indien in Rishikesh zu verbringen. Es ist ein stetiges Kommen und Gehen hier.
Mir wurde eine Frage gestellt, die ich öfter höre: Welcher Tradition folge ich? Und ich gebe immer die Antwort, dass ich keiner Tradition oder Religion folge und dass ich nicht Anhänger um mich scharen möchte. Ich weiß, dass viele Gurus und Swamis sehr erfolgreich darin sind und dass Tausende von Menschen zu ihren Anhängern zählen. Doch ich würde behaupten, dass die meisten von ihnen wie Schafe der Herde folgen. Sie haben über ihre Entscheidung, diesem Meister zu folgen, nicht großartig nachgedacht und wissen vielleicht nicht einmal, was für eine Lehre er denn genau verbreitet. Nein, sie folgen, weil tausende Andere das Gleiche tun. Da ist kein oder nur sehr wenig eigenständiges Denken. Schafe wissen auch nicht, wo sie hingehen und warum, aber sie gehen, weil alle anderen gehen.
Diese Menschen wollen nicht die Verantwortung für ihre eigenen Taten übernehmen. Das gilt für alle Aspekte des Lebens. Wenn all die anderen Menschen das tun, muss es doch richtig sein.Und doch ist da immer der Zweifel, gibt es immer die Frage, ob sie das richtige tun oder nicht. Schafe werden immer im Zweifel sein. Und genau das möchte ich nicht schaffen. Ich möchte die Menschen zum Denken anregen und will, dass sie die Verantwortung dafür übernehmen, was sie machen. Ich möchte keinen blinden Anhänger, die nicht wissen, wovon ich rede. Vielleicht fühlen sich auch die Menschen, die gerne Anhänger sind, nicht wohl mit mir, weil es nicht in meiner Natur liegt, Anhänger zu haben. Mein Anliegen ist es, den Menschen Liebe zu bringen und sie in die Liebe zu sich selbst zu bringen, die es ihnen ermöglicht, für sich selbst zu entscheiden, welcher Weg für sie richtig ist. Dann können sie ihren Weg ohne Zweifel gehen.
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