Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel gelesen über die schrecklichsten Folgen, die dummer, religiöser Aberglaube haben kann: den Tod von fünf Mitgliedern einer indischen Familie. Sie starben unter Umständen, die lächerlich wären, wäre ihr Tod nicht so tragisch. Ich kann jedoch zuversichtlich sagen, dass es Religion war, die diese Menschen umgebracht und weitere drei Familienmitglieder in eine lebensgefährliche Situation gebracht hat.
Ein religiöser Mann in Rajasthan, Mr. Kanchan Singh Rajput, beschloss in seiner Hingabe zu Gott noch weiter zu gehen als bisher. Er wollte Gott sehen und erfahren und glaubte, dass Gott ihn retten würde, wenn er sich vergiften würde. Er war so überzeugt davon, dass Gott zu ihm kommen würde, wenn er Gift essen würde, dass er auch seine Mutter, seinen Bruder und seine Frau von der Idee überzeugte. So waren es vier Erwachsene und vier Kinder, seine und die seines Bruders, die bei einer Zeremonie bei ihnen zu Hause waren. Nach der Zeremonie aßen sie alle ihr Prasad, Essen, das Gott dargeboten worden wurde und als gesegnet betrachtet wird. Das Oberhaupt der Familie hatte das Gift bereits in dieses heilige Essen gemischt.
Da dieser Mann von Beruf Kameramann war, nahm er die ganze Zeremonie und Feier vor dem Prasad auf Video auf und darauffolgend auch seinen eigenen Tod und den seiner Familienmitglieder. Sie alle wurden ohnmächtig und fünf von ihnen starben. Die Nichte des Mannes wachte am Morgen auf und schaffte es, einen Notruf zu tätigen. Sie und zwei weitere Familienmitglieder wurden ins Krankenhaus gebracht und befanden sich noch in kritischer Situation, als der Artikel herauskam. Leider konnte ich nirgendwo herausfinden, ob sie überlebt haben oder nicht.
Als ich diese kurze Nachricht auf Facebook erzählte, waren meine Freunde im Westen völlig baff: Wie kommt man auf den Gedanken, dass man Gott zu Gesicht bekommt, wenn man Gift isst? Durch irgendeine Art von Halluzination oder was steckte hinter dieser Vorstellung? Und warum gibt man dieses Gift dann auch noch seiner ganzen Familie?
Der Grund für die Handlungen dieses Mannes ist einfach nur sein Glaube an Religion und der Aberglaube, den Religion mit sich bringt. In Hindu Schriften steht geschrieben, dass Shiva Gift nahm, daran aber nicht starb. Es gibt außerdem sehr viele Geschichten, in denen gläubige Menschen fast starben, dann aber von einem der Götter gerettet wurden, weil sie sich ihnen zu reinen Herzens und vollständig hingaben.
Es ist für mich also keine riesige Überraschung, solche Neuigkeiten zu hören. So etwas passiert in Indien immer wieder einmal, da religiöser Glaube und Aberglaube hier immer noch sehr verbreitet sind. Sie glaubten ganz stark an die Schriften und an Gott. Sie waren davon überzeugt, dass Shiva kommen und sie retten würde, wenn sie in Gefahr schwebten, genau wie er es in den Schriften für so viele andere getan hat.
Sie hatten ein außergewöhnliches Gottesvertrauen und das ist es, was Religion lehrt: Gott rettet jeden, der dieses verrückte Vertrauen in Gott hat. Wenn man möchte, kann man das als Beweis hernehmen, dass Gott nicht existiert. Religiöse Leute würden dann wahrscheinlich argumentieren, dass diese Familie nicht gläubig genug war, sonst wäre Shiva gekommen, um sie zu retten. Aber wie viel mehr kann man denn an glauben, wenn man sogar bereit dazu ist, Gift zu nehmen, um Gott zu treffen? Oder vielleicht hätten sie es nicht auf Video aufnehmen sollen, weil Gott ja bekanntlich nicht gerne auf Filmen erscheint?
Ich weiß nur eins: Religion hat diese Familie ermordet. Es ist tragisch und für mich ein weiteres Zeichen dafür, dass die Menschen weniger religiös und weniger abergläubisch werden müssen!
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